Die Wahl zur Schwerbehindertenvertretung (SBV) 2026: Tobias Hölscher im Interview

Die Wahl zur Schwerbehin- dertenvertretung (SBV) 2026

Im Herbst stehen die Wahlen der Schwerbehindertenvertretungen (SBV) auf der Agenda. Im Vorfeld dazu haben wir unseren Referenten Tobias Hölscher-Kroh gefragt, warum er die Arbeit der SBV, gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, für besonders wichtig hält.

AuL: Tobias, warum ist SBV-Arbeit, gerade heute, besonders wichtig?

Tobias: Unabhängig davon, wie angespannt die wirtschaftliche Lage eines Unternehmens ist: Ich finde die Arbeit der SBV Vertretungen immer wichtig, weil die (Schwer-)behinderten Kollegen eine Interessenvertretung brauchen, die Ihnen dabei hilft, trotz ihrer Einschränkungen helfend und beratend zur Seite zu stehen. Aber klar: In schwierigen Zeiten haben es die Kolleginnen und Kollegen mit Erkrankungen besonders schwer. Ein weiteres Argument die Arbeit der SBV zu unterstützen und sich selbst einzubringen.

AuL: Viele haben, wenn sie an schwerbehinderte Menschen denken, Bilder im Kopf: Der blinde Kollege, die Kollegin im Rolli… Was sagst Du dazu?

Tobias: Das ist ein wichtiger Aspekt. Gerade Menschen mit „nicht-sichtbaren“ Erkrankungen brauchen häufig die nötige Unterstützung zur Teilhabe im Leben und bei der Ausgestaltung eines barrierefreien und leidensgerechten Arbeitsplatz. Hier kann die SBV helfen den Fokus von Führungskräften und Arbeitgebern zu stärken und durch externe Unterstützung von Ämtern und Reha Trägern die nötigen finanziellen Mittel zur Umsetzung zu bekommen.

AuL: Tobias, gibt es einen persönlichen Grund, warum Dir die Arbeit der SBV wichtig ist?

Tobias: Ja, den gibt es. Die SBV ist für mich wichtig, weil ich froh war als ich selbst betroffen war eine entsprechende Ansprechstelle gefunden zu haben. Unsere SBV hat mich damals auf dem Weg der Antragstellung bis zu einem Grad der Behinderung (GdB) begleitet. Das ist so viel Bürokratiekram. Ohne die Unterstützung  hätte ich ziemlich hilflos und überfordert dagestanden.

AuL: Was treibt Dich in Deiner täglichen Arbeit an? Du hast  es vermutlich ja oft mit den weniger schönen Seiten des Lebens zu tun. Krankheit, Jobwechsel, Schwierigkeiten am Arbeitsplatz, gesundheitlichen Einschränkungen…

Tobias: Ja, aber das gehört eben zum Leben (und Arbeiten) dazu. Meine Arbeit hat sehr konkrete Auswirkungen und unmittelbare Effekte. Als Schwerbehindertenvertreter kann ich die Kollegen*innen unmittelbar unterstützen und sehe den Erfolg meiner Arbeit direkt. Immer wieder gibt es ein Feedback von den Betroffenen, wenn gemeinsam Themen erfolgreich bewältigt und Lösungen gefunden werden konnten.

AuL: Du bist bei uns schon lange erfolgreich als Referent tätig. Möchtest Du unseren SBV-Mitgliedern oder Interessierten etwas mit auf den Weg geben?

Tobias: Oh, da hätte ich eine Menge zu sagen. An dieser Stelle nur so viel: Komm zu unseren SBV Wahlschulungen … lass Dich schulen, um geeignete SBV-Vertreter zu finden und die Wahlen einfach und rechtssicher zu bewältigen. Und dann freue ich mich darauf die Neugewählten SBV Vertretung fit für die Arbeit im neuen Job zu machen.

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